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Auf der Suche nach dem Goldstandard

Erfahrene Foren-User kennen den Begriff. Der ein oder andere rollt bereits mit den Augen und denkt "Oh jeh, Frau "FuchsundHase" - fällt dir nichts Neues mehr ein? Was für ein ausgelutschtes Thema! Erzähl uns lieber von der Geburt von Nr.4!" Nein Freunde, ein anderes Mal vielleicht. Die meisten haben die Geschichte wahrscheinlich sowieso schon gehört, ob nun von mir oder jemand anderem. Diese Geschichte ist einer der Gründe, die mich zum heutigen Thema bringen. Darum nun für alle Leser, die keine Ahnung haben, wovon ich eigentlich Rede eine Erklärung zum Begriff "Goldstandard". Also: Mütter sind Monster. Soweit waren wir ja schon mal. Wenn sie sich nicht selbst quälen, dann die anderen. Scheinbar verbringen viele von ihnen ihr Leben mit der immer wiederkehrenden Frage, welche von ihnen nun ihren Job am besten macht. Alles wird ständig hinterfragt und im Anschluss be- und verurteilt. Und wo viele Mütter aufeinander hocken, kristallisiert sich häufig ein gewisses Muster heraus. Der sogenannte "Goldstandard". Das Ziel ist es, diesem Standard so nah wie möglich zu kommen. Wo ich mich so herumtreibe, bedeutet das im Klartext in etwa folgendes: - Langzeitstillen - tragen statt schieben - Familienbett - Stoffwindeln oder lieber Windelfrei Die Backup-Windeln fürs Windelfrei möglichst handgeklöppelt, die kindliche Garderobe sowieso, bis auf Ausnahmen in bestimmten Materialien und bestimmter Marken. Bitteschön alles bio, öko, fairtrade, schadstofffrei und von guten Übermüttern empfohlen. Obendrauf gibts allgemein definierte Feindbilder. Der gelbe sprechende Schwamm und das Hallo-Kätzchen gehören zur Achse des Bösen, gemeinsam mit allem was blinkt, leuchtet, hupt, kreiselt und sich dreht - kurz: alles was batteriebetriebenen ist. Die Goldstandard-Liste ist lang. Genau jetzt in diesem Moment in dem ich diese Sätze in mein Tablet tippe, sehe ich René vor meinem inneren Auge beim Lesen dieser Zeilen auf schauen, die Stirn runzeln und höre ihn:"Nah drann, oder?" murmeln. Jaaaa, stimmt schon irgendwie. Man steigert sich da rein. Sanktioniert sich mit der Zeit selber und bekommt das schlechte Gewissen nicht los, wenn die Kinder lieber Nougat-Pillows als handgequetschte Haferflocken frühstücken oder man sich selbst nachts um 11 eine Glutamat-verseuchte 5-Minuten-Terrine aufgießt, die man dann mit hoch gelegten Beinen vor dem Fernseher auf dem Sofa verspeist, während man irgend einen Serienmist anschaut weil einem einfach nicht der Sinn nach Bildungsfernsehen steht. (An dieser Stelle darf sich nun wieder über meine zu langen Schachtelsätze beschwert werden. Irgendwie passiert das automatisch...) Seit 6 Wochen sind wir nun also zu sechst und die heilige Wochenbettzeit hat mir mal wieder bewiesen, dass man sich noch so viel vornehmen kann - manchmal hilft bei akuter Unlust der Pizzaservice eben mehr als alle guten Vorsätze. Goldstandard hin oder her. Und noch etwas ist mir klar geworden. "Mein" Goldstandard ist eben nur MEINER. Und woanders ist meine Idealvorstellung der Supergau. Egal ob es dabei um Geburt, stillen oder sonst was geht. Und nun - endlich - schaffe ich es, den Bogen zu oben bereits erwähnten Monstermüttern zu schlagen. Da gibt es verschiedene Kategorien. 1. Das "FFC-Monster" FFC steht für "fishing for Compliments". Gemeint sind die Mütter, die das Foto eines fetten Schokoladenkuchens auf einem polierten Glastisch posten, im Hintergrund die durchgestylte Designerwohnung Marke "Meister Propper" - und dazu den Kommentar: "ungesunde Kalorienbombe, obwohl der ganze Haushalt noch wartet. Und ihr so?" Natürlich zielt die Aktion darauf ab, möglichst oft zu lesen, wie super die Wohnung doch aussieht und dass sie sich den Kuchen beruhigt schmecken lassen darf. (An dieser Stelle mutmaße ich mal ganz frech, dass besagte Mutter in Wahrheit an diesem Tag die Kinder an die Oma verborgt hat und anstatt die Beine hoch zu legen geputzt hat wie blöd und das nun mit irgendwem teilen muss.) 2. Das U-Wort-Monster U wie "unverantwortlich". Oft so geschrieben: UNVERANTWORTLICH. Oder so: unverantwortlich!!!!!!!!!!!!! Es ist das Lieblingswort besagter Gattung und wird verwendet um allen Müttern, die zu egal welchem Thema eine andere Meinung haben ein schlechtes Gewissen zu machen. Wirklich wurscht, obs dabei um Kinderschuhe oder den Weltfrieden geht. 3. Das Selbstkasteiungsmonster Es ist dem FFC-Monster gar nicht so unähnlich. Der Unterschied ist nur, dass diese Sorte ECHTE Defizite breit tritt und dabei aus einer Mücke einen Elefanten macht und dabei davon überzeugt ist, die schlechteste Mutter der Welt zu sein. Nichts was man sagt, kann sie vom Gegenteil überzeugen. "Oh mein Gott, ich bin meinem Kind versehentlich auf den Fuß getreten! Wird es von diesem Gewaltakt einen bleibenden Schaden behalten??? Was hab ich nur getan???" Und last but not least: 4. Das Online-Monster Im Grunde genommen die schlimmste Art von allen. Mütter die unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit andere mit Vorwürfen überhäufen und dabei null Rücksicht darauf nehmen, dass am anderen Bildschirm auch echte lebende, fühlende Wesen sitzen. Sie schreiben Dinge, die sie im echten Leben kaum jemandem live ins Gesicht sagen würden. Natürlich gibt es dazwischen noch 50 Graustufen. An manchen Tagen tut so ein bisschen FFC sicher gut. Sicher liegt jedem mal das U-Wort auf der Zunge. Manchmal fühlen sich kleine Alltagsdramen wirklich wie große Katastrophen an. Und wenn der Tag komplett Banane war, dann würde man sicher gerne mal den Zorn auf Menschen aus dem echten Leben bei irgendwelchen Foren-Fremden abladen. Aber muss das sein? Macht "andere schlecht machen" einen selber "besser"? Wer bestimmt letztendlich was "besser" ist? Wessen Standards- außer den Eigenen muss man denn erfüllen? Und wem tut es weh, wenn man - um der Familienharmonie Willen - mal davon abweicht? Ich weiß inzwischen, dass die Welt nicht davon untergeht, dass meine Kinder mal ordinäre Wegschmeiß-Windeln tragen weil ich beim Stoffwindeln-waschen geschlampt habe. Der Weltfrieden gerät durch eine Tüte Chips nicht in Gefahr. Meine Kinder werden durch einen Zeichentrickfilm nicht zu schlechten Menschen. Prinzipien sind eine schöne Sache. Disziplin in der Umsetzung der einenen Vorstellungen ist wichtig - und ein Plan B ab und zu macht die Sache authentisch. Wir Mütter sind eben auch nur Menschen. Wie schön wäre es, wenn ein ehrliches Lächeln für andere Mütter zum allgemeinen Goldstandard gehören würde? Wer die Frau "FuchsundHase" im echten Leben kennt wird sich fragen: Huch, was ist denn los? Auf welches Monster ist sie gestoßen, dass sie sich genötigt fühlt, einen solchen Beitrag zu schreiben? Die Antwort ist einfach: Alle! In den letzten Monaten sind mir sämtliche Sorten begegnet. Manche Online, manche Live. (immer diese Anglizismen *Kopfschüttel*) Ich habe mich wochenlang darauf vorbereitet, die Geburt vom Grüffelchen zu dem Ereignis zu machen, welches es dann wurde. Selbstbestimmt, unbeschreiblich, wunderschön, kraftvoll, naturgewaltig... Mir fehlen stärkere Worte um es zu beschreiben. Und bei diesen Vorbereitungen stieß ich auf andere Goldstandards als meine eigenen. Immer öfter stellte ich aber fest, dass ich selbst nicht besser bin und im Hinterkopf ein dickes fettes ABER habe, wenns jemand anders macht als ich. (Was die meisten sein dürften, aber seis drumm) Deshalb nun diese Aufdröselung und der gute Vorsatz an mich selbst, jedem ein glückliches Leben zu wünschen auf dem Weg, den er sich ausgesucht hat. Wenn ihr die schräge, aber wunderschöne Geschichte von Romys Geburt noch nicht kennt und wirklich lesen wollt, dann sagt bescheid und habt ein klein wenig Geduld mit mir. Auch wenn ich im Hinterkopf die weisen Worte unseres 5-Jährigen habe: "Aber wir haben keine Zeit für Geduld!"
24.2.15 18:52
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(24.2.15 19:21)
Du hast es wieder mal auf den "Kopf" getroffen.


Inari (24.2.15 20:53)
Ich bin ja der absoluten Meinung du solltest ein Buch schreiben. Dürfte ja kein Problem für dich sein, hast ja sonst eh nix zu tun den ganzen Tag. :-P

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